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Harley Nockenwellen 17, AIM Fliehkraftkupplung

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    Nockenwelle : Harley Nockenwellen 17, AIM Fliehkraftkupplung

    Fliehkraftkupplungen

    Mit diesen Kupplungen habe ich selber (noch) keine Erfahrung. Diese Kupplungen haben in den letzten 10 Jahren rapide an Popularität gewonnen. Man bekommt sie mittlerweile von Harley selber, aber auch von fast allen anderen Kupplungsherstellern. Sie beruhen auf dem Prinzip, dass bei geringer Motordrehzahl die Fliehkraftgewichte innen sind. Damit ist die nötige Handkraft klein (sofern die Kupplungsfeder entsprechend schwach ist). Bei höherer Drehzahl werden die Gewichte durch die Fliehkraft nach aussen gedrückt und pressen über kleine angelinkte Hebel zusätzlich auf die Kupplungsplatte. Dadurch erhöht sich der Anpressdruck auf die Kupplungsscheiben und es wird ein rutschen vermieden.
    https://aimcorp.myshopify.com/pages/...ssure-clutches


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Name: variable-pressure-clutch-rotational-diagram_large.jpg
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    Diese Systeme haben neben dem mechanischen Aufwand zwei mögliche Nachteile:

    Erstens die Baugrösse. Manche Fliehkraftkupplungen sind etwas zu dick, um in das Primärgehäuse zu passen. Deshalb muss man entweder ein breiteres Primärgehäuse verwenden, oder einen umlaufenden Abstandsring vor den Primärdeckel schrauben, oder einen Abstandsring für den runden Kupplungsdeckel verwenden. In den letzten Jahren wurden die Fliehkraftsysteme schlanker, so dass sie unter den normalen Kupplungsdeckel passen.

    Zum anderen dauert es eventuell einen Schweigemoment (je nach Kupplungsfeder), bis die Fuhre richtig anfährt. Das mag bei Touringmodellen egal sein, vielleicht aber auch nicht. Ich mag es auf jeden Fall, dass meine Maschine immer direkt und ohne Verzögerung reagiert.

    Dafür lassen sich diese Systeme innerhalb von 30 Minuten einbauen. Kupplungsdeckel ab, alter Kupplungsring ab, Fliehkraftring drauf, mit Drehmomentschlüssel anziehen, Deckel drauf, fertig. Diese einfache Montage hat mich davon überzeugt, nicht die 490er Kupplungsfeder mit der Clutchwiz einzubauen, sondern es erstmal mit einer Fliehkraftkupplung zu versuchen.

    Ich habe mich für die Fliehkraftkupplung von AIM VP95LT/Invo entschieden. Dieses System ist so schmal, dass es unter den normalen Primärdeckel passt. Es ist auch für eine Hydraulikkupplungen geeignet. Zudem ist es mit 265$ noch erschwinglich. Wenn man sie über Ebay bestellt, dann bekommt man sie frei Haus incl Einfuhrabgaben und Versand für unter 350 Euronen. Ich habe die Kupplung im US Ebay gekauft und nach 2 Wochen war sie da.
    https://aimcorp.myshopify.com/products/vp95lt-invo-for-98-and-later-bt
    http://www.ebay.com/itm/AIM-VP026-95...xY-C24&vxp=mtr


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ID: 4736


    Diese Fliehkraftkupplung gibt es in drei Ausführungen. Je nachdem ob man eher weniger Kraft aufwenden will, oder lieber die Kupplungsscheiben mehr anpressen will, damit ein grösseres Drehmoment übertragen werden kann.:

    VP68LT: 40% weniger Handkraft im Stand
    VP84LT: 20% weniger Handkraft im Stand, 20% mehr Drehmoment bei Drehzahl
    VP95LT: 40% mehr Drehmoment bei Drehzahl

    Für meine Anwendung habe ich mich natürlich für die 40% mehr Drehmoment entschieden. Die Handkräfte an meiner 110" CVO mit der starken Feder sind immer noch gut zu ertragen. Und ich habe ja auch noch den Vizio Handtrainer!!

    Hier eine Tabelle, wie sich die drei Versionen bei den verschiedenen Kupplungsfedern verhalten:

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ID: 4735


    Lieferung und Einbau

    Geliefert wird eine kleine Schachtel, in welcher der Fliehkraft Federring, eine Stützfeder aus Blech und eine gedruckte Anleitung enthalten ist.
    Die Montageanleitung findet man auch hier: https://aim-tamachi.com/pages/variab...n-instructions



    Der Einbau hat etwa eine Stunde gedauert, weil es das erste Mal war. Und ich die eingebaute Kupplung einmal wieder ausgebaut habe, weil ich mir nicht ganz sicher war. Die nächste Kupplung geht dann deutlich schneller. Am schwierigsten ist es, die erste Schraube zu setzen, wenn man eine starke Feder eingebaut hat. Dann muss man den Kupplungsring feste nach unten (zwischen Feder und Primärdeckel) drücken und zusehen, dass unten die erste Schraube greift. Wenn man die dann etwas festzieht, gehen die restlichen Schrauben problemlos rein. Zuerst hatte ich den Eindruck, als wäre die Aussparung im Primärdeckel zu klein. Aber wenn die Schrauben einmal angezogen sind, dann passt alles. Dadurch dass die Kupplungsfeder nach Innen nachgibt, wird der nötige Platz geschaffen.Die Stützfeder ist nur dafür da, dass die entlasteten Fliehkraftgewichte nicht rappeln, sondern im Leerlauf fixiert sind.


    Erfahrungen

    Der erste Fahreindruck war, dass der Kupplungshebel etwas schwerer ging. Oder etwas knackiger, wie man es sehen will. Obwohl die Fliehkraftkupplung eigentlich eine 5% Entlastung bringen sollte. Aber sie ist noch sehr gut zu handhaben. Die Schaltung funktioniert klar und direkt, die Gänge wechseln gut, der Leerlauf ist definiert und lässt sich leicht finden.

    Früher hatte ich im 5.ten und 6.ten Gang manchmal den Eindruck, als ob die Kupplung beim Beschleunigen leicht durchrutschen würde. Speziell bei heissem Wetter. Dieses Gefühl ist jetzt weg. Auch hat (merkwürdigerweise) die Geräuschkulisse im Primär etwas nachgelassen. Der reine Motorsound überwiegt jetzt deutlich.

    Vielleicht hat die alte Kupplung doch mehr gerutscht, als ich wahrhaben wollte (konnte). Und hat damit auch vermehrt Bewegung im Ruckdämpfer stimuliert.

    Jetzt geht das Signal vom Gasgriff auf jeden Fall spürbar direkt auf das Hinterrrad.

    Nach einer 3500km langen Tour durch Italien kann ich nur positives von dieser Fliehkraftkupplung berichten. Nicht ein einziges Mal hatte ich den Eindruck, dass die Kupplung rutschen würde. Obwohl wir teilweise über 40°C im Schatten hatten bei Stop&Go Verkehr.



    © 2017, Peter Viczena
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    Zuletzt geändert von peter; 18.06.2017, 12:30.
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