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Leerlaufreduzierung IV, schlechter Leerlauf, IAC, TPS, Drosselklappen Anschlag, MAP

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    Leerlauf Leerlaufreduzierung IV, schlechter Leerlauf, IAC, TPS, Drosselklappen Anschlag, MAP

    Manchen Benutzern passiert es, dass nach einem Herabsetzen der Leerlaufdrehzahl die Maschine unrund läuft. Oder der Leerlauf nicht mehr stabil bleibt. Das kann mehrere Gründe haben, die ich hier ansprechen will.

    Im Leerlauf gibt es zwei Möglichkeiten, wie dem Motor im Stand Luft zugeführt werden kann. Zum einen gibt es das IAC System. Zum anderen bekommt der Motor noch etwas Luft durch die nicht ganz geschlossene Drosselklappe.


    Funktion des IAC (Intake Air Control)

    Mit dem IAC Motor steuert die EFI den Leerlauf. Es ist ein Steppermotor, der den Kanal für die Leerlauf-Luftversorgung öffnen oder schliessen kann. Dieser Kanal beginnt oberhalb der Drosselklappe (Pos. 1 oben).

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Name: IAC manifold1.jpg
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ID: 3773


    Wenn die Maschine kalt ist, öffnet die EFI diesen Leerlauf-Kanal so weit, bis die Drehzahl auf der gewünschten Höhe ist. Das sind rund 1200 bis 1350 rpm. Je wärmer der Motor wird, desto tiefer wird dieser Wert gestellt, bis dann die entgültige Leerlauf-Drehzahl bei warmen Motor erreicht ist.

    Hier sieht man, wie so ein IAC Motor ausgebaut aussieht:

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    Die Metallnase wird durch den Motor rein- oder rausgeschoben, und öffnet- und schliesst so variabel den Leerlauf-Kanal.

    Dieser Motor, wie auch der Leerlauf Kanal können verdrecken. Besonders durch Ölrückstände aus dem Luftfilter. Deshalb ist es ratsam, hin- und wieder (bei jeder 2.ten Inspektion) den Leerlaufkanal mit einem Vergaserreiniger aus der Spraydose zu säubern.
    Liqui Moly 3325 Vergaser-AuÃen-Reiniger: Amazon.de: Auto

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Name: vergaserreiniger.JPG
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ID: 3780


    Wenn man die Maschine An- und Abstellt (ohne sie zu starten) und dabei in den Leerlauf Kanal sieht, dann kann man beobachten, wie der Metallstift des IAC Raus- und wieder Reingefahren wird. Passiert das nicht oder nur unvollständig, dann ist der IAC Motor verdreckt. Dann hilft nur ausbauen und Reinigen/Ersetzen.


    Drosselklappen-Anschlagschraube

    Im Bild ist bei Position 2 die Lage der Drosselklappen-Anschlagschraube angegeben. Diese hält die Drosselklappe auch in geschlossener Stellung ein klein wenig geöffnet. Diese Schraube ist normalerweise fest mit Loctite verklebt und oft noch von einem Blechdeckelchen verdeckt. Man muss/braucht/darf daran nicht herumspielen.

    Es kann aber passieren, dass sich diese Schraube doch gelöst hat. Wenn man spontan sehr unterschiedlich hohe Leerlaufdrehzahlen hat dann kann es sein, dass sich diese Schraube gelöst hat.

    Diese Schraube hat einen #15 Security-Torx Kopf (mit einem Sicherrungsstift in der Mitte). Und ist dazu mit einem kleinen Deckelchen verschlossen. Harley meint es also ernst damit, dass man daran nicht herumspielen sollte. Wenn man trotzdem versucht, darüber die Leerlaufdrehzahl zu verändern, dann wird der IAC das ruckzuck wieder ausgleichen. So geht das also nicht.

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    Es gibt zu diesem Thema einen offiziellen Techtip von Harley (TT410), den ich im Anhang beigefügt habe.

    User Meth hat folgendes beigetragen: "Diese Schraube (Gewindestift) hat einen 5-Stern #15 Security-Torx Kopf mit einem Sicherrungsstift in der Mitte und geht verdammt schwer raus. Dies ist DIN 913 Gewindestifte mit Kegelkuppe, mit Innensechskant, FEIN-Gewinde M 6 x 0,75 x 16 (M 6 x 0,75 x 12 passt auch). Um den Drosselklappenanschlag zu justieren habe ich den Gewindestift von "außen" eingeschraubt (Loctite)."


    Drosselklappensensor, TPS (Throttle Position Sensor)

    Dieser Sensor sitzt auf der Achse der Drosselklappe und meldet der EFI, wie weit die Drosselklappe geöffnet ist. Vor allen Dingen bestimmt dieser Sensor, wann die EFI den Fall des Leerlaufs annimmt. Wenn dieser Sensor defekt ist, wackelt, ausgeleiert ist, dann kann kein stabiler Leerlauf zustande kommen. Die EFI schaltet dann immer zwischen Gas- und Leerlauf hin- und her.


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    Wenn man den Verdacht hat, es könnte der TPS sein, kann man ihn abbauen und schauen, ob alles glatt läuft. Wenn die Mechanik wackelt und/oder die innere Führung nicht mehr durch Federkraft in Nullstellung gehalten wird, dann ist ein neuer fällig (HD 27629-01 bis BJ05, HD 27659-06).


    Gebrochene Drosselklappenwelle


    Die Drosselklappe ist mit zwei Schrauben an die Welle geschraubt. Die entsprechendne Bohrungen/Gewinde sind Schwachpunkte, an denen die Welle brechen kann. Sie dreht sich dann zum Beispiel nicht mehr vollständig zurück. Man kann das überprüfen, indem man den TPS ausbaut, die Welle an der Seite mit einer Spitzzange hält, und vorsichtig an der Klappe wackelt. Da muss alles fest sein. Falls die Welle gebrochen ist, wird eine komplett neuer Manifold (Ansaugsystem) fällig, da die Welle nicht als Einzelteil verkauft wird.


    Undichter Manifold

    Das der Manifold undicht ist und dadurch Fremdluft gezogen wird, war eine beliebte Fehlerursache bei den alten Panheads und Shovelheads. Bei den TwinCams ist es deutlich besser geworden. Aber es kann trotzdem noch vorkommen. Man merkt es nicht ohne weiters, da die Lambdasonden versuchen, die Falschluftzugabe durch mehr Sprit auszugleichen. Nur im Leerlauf gelingt das nicht wirklich, weshalb man da etwas merken kann.

    Man überprüft den Manifold, indem man bei warmen Motor im Standgas punktuell Bremsenreiniger o.Ä. vorsichtig an den Manifold sprüht. Wenn die Drehzahl deutlich absinkt, hat man ein Leck, das gedichtet werden muss. Dabei darf kein Bremsenreiniger in den Luftfilter kommen, denn auch dann wird der Motor langsamer.

    Es können entweder die Dichtungsringe am Zylinder undicht sein oder auch die kleinen O-Ringe, welche die Einspritzdüsen abdichten. Wenn man schonmal dabei ist, tauscht man am besten alle diese Dichtungen aus. Dann ist Ruhe.



    Temperatursensor, TMAP

    In den älteren Harleys war der Temperatursensor noch extra verbaut. Bei den neueren (ab 2008) ist der Temperatursensor zusammen mit dem Drucksensor in einer Einheit verbaut. Diese heisst dann TMAP.

    Wenn dieser Sensor defekt ist, kann die EFI gleichfalls konfus beim Anlassen reagieren, weil sie dann entweder zuviel oder zu wenig Sprit zugibt. Kontrollieren kann man dass am besten mit einer Diagnose-Software wie DataMaster, die während des Motorlaufes die Daten aufzeichnet. Da sieht man dann sehr gut, ob der Temperatursensor stetig steigende Werte liefert, oder statt dessen ständig wechselnde (oder gar keine) Werte von sich gibt.


    Drucksensor MAP, TMAP

    Selten kann ein schlechter Leerlauf auch an einem defekten Drucksensor liegen. Wenn man diesen Drucksensor (Map Sensor) ersetzen will, weil man ihn vielleicht irrtümlich ausgebaut und kaputt gemacht hat, dann muss man aufpassen. Die ursprüngliche Bestellnummer 32424-98 ist nicht mehr lieferbar. Und auch den Ersatzartikel 32316-99 gibt es nicht mehr. Stattdessen heisst die Bestellnummer des Mapsensors für die Bikes bis 06: 32416-10. Ab Bj 07 ist es die Nummer 32417-10.

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    Zündkerzen

    Viel häufiger liegt es an defekten Kerzen. Zündkerzen können ewig leben oder spontan ausfallen. Oder mal so oder so. Bei schlechtem Motorlauf sind die Zündkerzen immer Kandidat Nummer 1. Beim Einbau der neuen Kerzen IMMER den Elektrodenstand messen, er muss bei genau 1mm liegen.


    Zurückschlagen beim Anlassen, Ausfall der Anlasserritzel

    Manche haben das Problem, dass nach einem Tuning die Anlasseritzel ausfallen. Der Motor neigt beim Anlassen zum zurückschlagen, und reisst dabei Zahnräder aus dem Zahnradkranz aus. Das tut der Maschine und dem Anlasser nicht gut und ergibt teure Reparaturen. Akustisch macht sich das durch krachen beim Anlassen eines warmen Motors bemerkbar.

    Dagegen helfen zwei Massnahmen. Erstens ist aller Wahrscheinlichkeit die Feder des Ruckdämpfers zu schwach. Harley liefert deshalb bei diesem Problem die verstärkte Feder des Police-Modells an die Händler aus. Das lohnt sich für uns aber nicht. Besser man baut gleich den neuen Screaming Eagle Ruckdämpfer drauf. Die neueste Inkarnation dieses Dämpfers hat die Bestellnummer #42200064. http://g-homeserver.com/harley-david...s.html#post761

    Zum anderen muss man das Gemisch beim Startvorgang anfetten. Und zwar im Bereich ab 60°C. Wenn man das nicht tut, kann es zum Rückschlagen führen. Hier ein Bild, wie die entsprechende Tabelle (Cranking Fuel) aussehen muss. Ab 60°C alles auf 17,9 hochsetzen:

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    © 2012, Peter Viczena
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von peter; 15.09.2014, 09:47.

    #2
    AW: Leerlaufreduzierung IV, schlechter Leerlauf, IAC, TPS, Drosselklappen Anschlag, M

    Also der Drosselklappensensor TPS für Dyna 2012/13 sieht innen so aus. Er wird durch die Drosselklappe mit Hilfe der Bowdenzüge auf und zu gesteuert. Der Sensor bewegt sich auf der Welle mit. Die kleinen Schleifer haben Kontakt zur Innenwandung des Sensors und melden somit den Status der Drosselklappe. (also keine Feder mehr im Sensor) wenn er ausgeklappert ist, kann es sein, daß die Schleifer keinen permanenten Kontakt zur Wandung mehr haben. (also Fehlerergebnis) Ich hoffe es ist verständlich. Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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